angell schulstiftung freiburg

„Den Kindern die Augen für die Welt zu öffnen, ist unser Wunsch
– sie für das Leben stark zu machen unsere Aufgabe.“

Maria Montessori

von Luca Asholz, K2 Gymnasium, Montessori Zentrum ANGELL

Aufstehen um sechs, tagsüber recherchieren und dokumentieren, Ergebnisse präsentieren am Abend. Um an einer Master MINT Forschungsexpedition des Instituts für Jugendmanagement aus Heidelberg teilzunehmen, braucht man viel Ausdauer. Man muss in der Lage sein sich eigene Ziele zu setzen und diese in einem bestimmten Zeitraum umzusetzen.

Fast ein Jahr vor der eigentlichen Expedition, erhielt ich von meinem Biologielehrer eine Empfehlung, die mich berechtigte mich für das Expeditionsangebot Master Mint für Schüler /-innen von 13 -21 Jahren zu bewerben. Dann begann die Vorbereitungsphase. In meinem Fall bestand diese an der Teilnahme eines „Erste Hilfe“ Kurs, den Bearbeiten eines online Computer Workshops und dem Auffinden von Sponsoren. So wendete ich mich auch an die schuleigene Stiftung, die mich in meinem Vorhaben wohlwollend finanziell unterstützte.

Am 14. November trafen sich alle Forschungsteilnehmer zuerst in Heidelberg, wo wir die Ziele und die Methodik für die nächsten gemeinsamen elf Tage absprachen. Nach dreizehn Stunden Flug, kamen wir in der Hauptstadt von Costa Rica, San José, an. Die Tour, die uns von der Karibik zur Pazifik Küste Costa Ricas führte, war genauestens organisiert. Jeden Tag fuhren wir mit unserem Expeditionsbus und einem landeskundigen Führer von Unterkunft zu Unterkunft und steuerten verschiedene expeditionsrelevante Orte an. So besuchten wir den Nationalpark in Tortuguero, der wegen seines verzweigten Kanalsystems auch kleiner Amazonas genannt wird. Wir erkundeten den Vulkan Arenal und dessen erloschene Lavafelder.

Während der Reise quer durch Costa Rica sahen wir unter anderem Alligatoren im Fluss unterhalb einer Brücke oder Faultiere am Straßenrand. Das ungewohnte Klima, die schwüle Luft, die hohen Temperaturen und der unerwartete, tägliche Platzregen waren in dieser Zeit ständige Begleiter. Alle neuen Erkenntnisse über Flora, Fauna sowie Mensch, Kultur und Sprache mussten wir täglich dokumentieren und in einer abendlichen Präsentation aufarbeiten. Jeden Tag ermittelten wir Forschungsdaten. Dafür mussten wir unsere Zeit sehr genau einplanen, das bedeutete, sich bereits bei einer morgendlichen Busfahrt Notizen zu machen oder die Aufzeichnungen vom Vortag zu verbessern.

Je nach Forschungsgebiet unterschied sich die Vorgehensweise. Für das Thema Mensch, Kultur und Sprache interviewten wir fünf Menschen mit einem von uns angefertigten Fragebogen, für den Bereich Fauna katalogisierten wir fünf Tiere und für das Gebiet Flora suchten wir fünf einheimische Pflanzen und maßen die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. Alle gesammelten Forschungsdaten wurden nachmittags sortiert und digitalisiert. Abends konnte es auch sehr spät werden, doch der tägliche, zusammenfassende Vortrag gehörte zum Pflichtprogramm, denn in ihm wurden unsere persönlichen und forschungsrelevanten Highlights mit Hilfe einer PowerPoint-Präsentation vorgetragen. 

Obwohl die Forschungstage mit ihren kurzen Nächten überraschend schnell vorübergingen, waren diese einmaligen Erlebnisse auf jeden Fall die Anstrengung wert. Denn einerseits hat das grüne, freundliche und wunderschöne Costa Rica bleibende Eindrücke hinterlassen, andererseits handelte es sich um eine lehrreiche Erfahrung außerhalb des Klassenzimmers.

Ich habe gelernt im Team in einer neuen Umgebung effizient zu arbeiten, Aufgaben eigenständig aufzuteilen und mich an meinen persönlichen Zeitplan zu halten. Durch die gemeinsame Arbeit sind wir als Team zusammengewachsen. Ganz herzlich möchte ich mich bei meinen Unterstützern bedanken. Mein besonderer Dank gilt Dr. Beer, der ANGELL Schulstiftung und meiner Familie.

Die Expedition fand im November 2018 statt.